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Historie
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Geschichte des Hauses
(Letzte Änderung: 01.01.1970)

Im Jahre 1889 erwarb mein Urgroßvater R. J. Richter (Richtersche Giesserei Chemnitz) das Grundstück an der Annaberger Str. 169 in Chemnitz für 3586,50 RMark.Zum Vergrößern anklicken Die Baugenehmigung der königlichen Amtshauptmannschaft wurde noch im gleichen Jahre erteilt. Welche Kosten der Bau vertursachte und wann genau das Haus bezogen wurde ist nicht mehr zu ermitteln. Die Wasserversorgung erfolgte anfänglich über den Brunnen im Hof. Aus den alten Unterlagen ist ersichtlich, daß 1898 der Anschluß an das städtische Trinkwassernetz erfolgte. Die Kosten hierfür betrugen damals insgesamt 93,30 RMark für die Anschlußarbeiten und 41,50 RMark für die Wasseruhr.

Das Bild links zeigt den Erbauer unseres Hauses und rechts sieht man die ursprüngliche Gartenanlage hinter dem Haus um ca. 1912. Auf der Schaukel sind meine Urgroßmutter mit meiner Großmutter und ihrem Bruder zu sehen.

Den 2. Weltkrieg überstand das Gebäude ohne Schäden. Jedoch wurde 1958 der Vorgarten (ca. 160 m²) entschädigungslos enteignet, damit die Annaberger Straße verbreitert und die Straßenbahn auf Normalspur umgerüstet werden konnte. Grundlage bildete hierfür das Aufbaugesetz vom 06.09.1950 der DDR. Mit dem Tode meiner Urgroßmutter fiel das Haus mit dem Erbe an den Bruder meiner Großmutter, welcher in Hannover lebte. Damit kam das Haus unter Zwangsverwaltung der DDR.

Baulich wurde in diesen 40 sozialistischen Jahren am Haus nur das aller notwendigste durch die Gebäudewirtschaft gemacht. Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde das Haus außen neu verputzt, da die herunterfallenden Mauerstücke eine allgemeine Gefahr darstellten. Gleichzeitig wurde die Holzveranda abgebrochen. Finaziert wurden diese Arbeiten mit einer Zwangshypothek auf das Haus, welche im Wendejahr noch in voller Höhe bestand. Die Gebäudewirtschaft leistete keinerlei Tilgung aus den Mieteinkünften. Im Jahr 1985/86 haben wir danndas Erdgeschoß ausgebaut und modernisiert. Dabei wurden, zumindest in den Wohnungen, auch neue Fenster eingebaut. Im Treppenhaus und den Nebenräumen verblieben die ursprünglichen Fenster von 1889. Und bis zum Ende der DDR durften wir uns am Trockenklo erfreuen. Im Nachbarhaus war der Anschluß für WC ja vorhanden, nur in unserem Haus gab es in der DDR_Planwirtschaft keine Möglichkeit für den Anschluß. und selber machen ging in diesem Fall wirklich nicht.

Mit dem Ende der DDR wurde dann der Antrag auf Rückgabe gestellt und nach einigem bürokratischem Gezerre erfolgte die Rückübertragung Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Leider gibt es wenig alte Bilder vom Haus. Es war etwas so selbstverständliches in unserem Leben, das wurde nur selten abgelichtet.! Ich muß bei Gelegenheit einmal die alten Bilderbestände meiner Großmutter durchsuchen.

Trotzdem haben wir uns im Haus und dem großen Garten wohlgefühlt.

Und früher wurden hier auch tolle Kellerfeste gefeiert. Das war allerdings vor meiner Zeit. Reste der Wandbemalung aus den fünfziger Jahren sind im Keller noch vorhanden. Sie erheben keinen künstlerischen Anspruch, denoch waren die Feste damals Tagesgespräch in Altchemnitz!


Keller Keller Keller

Das Haus wurde durchgängig seit Erbauung bis zum August 1994 von unserer Familie bewohnt. Seitdem steht es leer und wurde im Januar 2004 verkauft. Trotz 10-jährigem Leerstand war das Dach noch dicht und das Haus innen trocken. Die Sanierung durch den neuen Eigentümer begann im Februar 2004.